Folge 77: Münchner Derby (Gäste: Michi Hofmann, Torben Hoffmann, Tobi Fischbeck und Alex Fuchs)

Giesing. Könnte für Nicht-Münchner ein bisschen nach freiwilliger Feuerwehr, Kühe schubsen und Bushaltestelle ohne Fahrplan klingen. Hier aber ist die Weltmarke FC Bayern „dahoam“ und der Traditionsverein TSV 1860 zuhause. Global Player und Local Hero trennen längst mehr als nur die räumlichen 500 Meter Luftlinie. In ihrer Rivalität sind „Mia san Mia“ und „Sechzig!“ aber auf ewig vereint. Der Nachbarschaftsstreit schenkte uns legendäre Geschichten und Derby-Persönlichkeiten. Am Ende hatten verbales Aufmucken, Haareziehen und Beleidigungen immer auch etwas von einem guten Schützenfest. München, das größte Dorf der Welt. Am 27. Februar 2008 gab es dieses Kultduell auf Profiebene leider zum letzten Mal. Bitte komm zurück! Nachholspiel holt die Schienbeinschoner raus und packt beide Lager in einen Podcast. Aufdrehen! Es wird laut und lustig.

Folge 76: Helmut Schön – der Mann mit der Mütze (Gast: Rainer Bonhof)

Es waren die wilden 70er. Die Frisuren, die Tore, die Geschichten rund um die deutsche Nationalmannschaft sind legendär und mehr oder weniger die Arbeitsgrundlage dieses Podcasts. Und wenn es um einen der Größten dieser Zeit geht, dann sind auch die ganz Großen zu Gast. Nachholspiel spricht mit Weltmeister Rainer Bonhof über den Trainer und Menschen Helmut Schön. Er galt als liebevoll, sensibel, verständnisvoll und war in einer Truppe voller Superstars der stille Genießer im Hintergrund.
Am 23. Februar 1996 verstarb der Welt- und Europameister. Zum 25. Todestag zieht Nachholspiel die Mütze vor einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Folge 75: Afrika-Cup – eine Klassenfahrt für Weltstars (Gast: Nigerias Nationaltrainer Gernot Rohr)

Afrika ist der junge Kontinent. Von den 1,3 Milliarden Menschen sind rund 60 Prozent jünger als 25 Jahre. Werden deshalb die Stars aus Europa bei ihrer Rückkehr wieder zu Kindern? Ohne Allüren, geradezu albern, wie in einem lustigen Abenteuer mit den besten Freunden. So berichten es Beobachter. Der Charme des Afrika-Cups wird europäisch überheblich aber auch gerne als sympathisches Chaos beschrieben, reich an Kuriositäten und Korruption. Beim ersten Afrika-Cup am 10. Februar 1957 nahmen nur drei Nationen teil, seitdem rollt der Ball in 54 Ländern, ob in der Wüste oder in den Tropen. In einem WM-Halbfinale stand eine afrikanische Nation aber noch nie. Woran liegt das? Nachholspiel sprengt diesmal die Telefonrechnung und klingelt bei Gernot Rohr durch. Nigerias Nationaltrainer spricht über die Entwicklungschancen eines fußballverrückten Kontinents und sportliche Sportminister.

Folge 74: Weltpokalsiegerbesieger (Gast: Maik Nöcker, feat. Nico Patschinski)

Kein Sanifairplay in der Gästekabine, ein Torschütze mit LKW-Wendekreis und wer hat jetzt eigentlich Thorsten Fink umgehauen? Der 6. Februar 2002 hat zahlreiche Geschichten, die beste prangt noch heute auf einem T-Shirt: Weltpokalsiegerbesieger! Der FC Tabellenletzte gewinnt 2:1 gegen den FC Trophäenschrank aus München. Ein Spiel wie eine Nacht auf dem Kiez. Viel Rausch, ein bisschen Trashtalk, dann Kreislauf und am nächsten Tag nur noch Kirmes im Kopf. Der Claim des Abends wird zum Marketing-Meilenstein der kultigen Merchandising-Maschinerie FC St. Pauli. Wir sprechen mit Nico Patschinski, der damals seine Oma mit Elvis tanzen sah und Maik Nöcker von Fußball MML wird bei uns sogar zum Lyriker. Leute, auf der Reeperbahn gibt es eben nur echte Liebe!

Folge 73: Die Tragödie von Port Said – der schwarze Tag des ägyptischen Fußballs (Gast: Patrick Hoffmann)

1. Februar 2012. Al-Masry gegen Al Ahly. Das Stadion wird zum Schauplatz von Panik und Gewalt. 74 Menschen sterben, auch weil Fluchtwege versperrt werden und die Sicherheitskräfte nicht handeln. Ägyptens heiliger Volkssport erleidet ein bis heute nicht vollständig aufgeklärtes Trauma. Experten glauben an eine politische Rache für die Auswirkungen des Arabischen Frühlings. Ein Politikum getarnt als Fußballspiel? Journalist Patrick Hoffmann kennt den ägyptischen Fußball wie kaum ein anderer und spricht mit Nachholspiel über die Schuldfrage, gesellschaftliche Trauer und die verlorene Seele eines ganzen Landes.

Folge 72: Paolo Maldini – der grätschende Gentleman (Gast: Carsten Fuß)

Wenn selbst die Offensivmaschinen Ronaldo und Zidane freiwillig Umwege machen, um Dir auf dem Platz nicht zu begegnen, dann heißt du Paolo Maldini und bist frei nach Roberto Carlos „die Nummer eins“. Der legendäre Kapitän des AC Mailand, König der Königsklasse, italienischer Feldherr mit Fairplay und Föhnfrisur. Es ist die Geschichte von der großen Liebe, 25 Jahre nur die Rossoneri, über 1000 Pflichtspiele und alles begann am 20 Januar 1985. Nachholspiel macht sich extra die Haare schön und bestaunt Mailands eigentliches Weltkulturerbe. Serie A-Experte und DAZN-Kommentator Carsten Fuß spielt den Fremdenführer und erklärt uns Italiens Verteidiger-Denkmal sowie die fußballverrückte Familie dahinter.

Folge 71: Hallenmasters – don’t Hass(l)eröder the Lattek (Gäste: Lorenz-Günther Köstner und Rudi Brückner)

Für die Trainerlegende Udo Lattek war der stehende Biergeruch in den ausverkauften Hallen der gelebte Tagtraum aller Fußball-Experten. Doch wehe, du hast ihm den Hauptsponsor ins Glas gekippt! Freunde, war das schön als die Winterpause im DSF zum Sommerhaus der Stars wurde: Basler, Scholl, Ailton – Ballzauberer an der Bande, musikalisch eingerahmt von DJ Ötzi. Am 14. Januar 2001 ging die SpVgg Unterhaching als letzter Sieger in die Geschichte ein. Nachholspiel betritt die „Hall(e) of Fame“ und philosophiert zunächst mit dem damaligen Erfolgscoach Lorenz-Günther Köstner über schnelle Kontertore und verkehrtes Verletzungspech. Dann, wie damals, fliegender Wechsel: DSF-Legende Rudi Brückner und die Mutter aller Fragen: warum hat Hasseröder überlebt und nicht die Hallenturniere?

Folge 70: Tatsächlich Liebe – remote is all around

Rentier Rudolf arbeitet jetzt bei Amazon, früher war weniger Lockdown als Lametta und Bundesligaprofis posten keine Sixpacks aus Dubai, sondern den warmen Pullover aus dem Zwei-Haushalt-Wohnzimmer. Merry Corona! Wir blicken kurz auf 2020 zurück. Werder ist noch erstklassig, ansonsten war es kein schönes Jahr. Nachholspiel hat aber auch im Home Office Geschichte statt Geisterstimmung zum Leben erweckt, über kuriose, faszinierende und traurige Momente gesprochen und dann auch noch den Top-Transfer des Jahres eingetütet: Mario, es war Liebe auf den ersten Blick! Vielen Dank euch allen fürs Zuhören, für die vielen Themenvorschläge, das ehrliche Feedback, die sachliche Kritik. Eure drei Hobby-Historiker machen kurz Winterpause, lassen sich einen Bauch wachsen und dann heißt es wieder: Fußball ist Geschichte, deshalb reden wir darüber.

Folge 69: 17.12.1990 – Zeitreisende in Moonboots (Das „Podpourri“ mit Fussball MML)

Volle Taschen mit neuen Klamotten, quasi All-Inclusive-Urlaub beim DFB und auf einmal steht auch noch Lothar Matthäus vor dir. In echt. Der Typ aus dem Fernsehen, der Weltmeister, der Superstar. Das erste Spiel einer gesamtdeutschen Nationalmannschaft nach der Wende glich der Mondlandung: ein kleiner Schritt für Bundestrainer Berti Vogts, ein großer Schritt für die fünf ehemaligen DDR-Spieler Sammer, Thom, Doll, Kirsten und Bräutigam. Das Freundschaftsspiel gegen die Schweiz ist Geschichte pur, für die Neuen ein Aufbruch, der aber für (fast) keinen zum Durchbruch werden sollte. Der Ost-Fußball hat den Westen nie eingeholt. Wieso ist das so? Welche Rolle spielen Union Berlin und RB Leipzig? Wir diskutieren, wir analysieren. Nachholspiel und MML, genau wie damals fünf Helden in wichtiger Mission. Eine Begegnung der besonderen Art, ein gegenseitiges ins-Wort- statt um-den-Hals-Fallen, Corona sei Dank. Alles nur aus Liebe (zum Fußball)!

Folge 68: MLS – Same same, but Soccer

NBA, NFL, NHL – State of the Art, born in the USA. Die „Amis“ und der Sport – think big… and then think bigger! In der Major League Soccer, gegründet am 17. Dezember 1993, herrscht dagegen immer noch Wilder Westen – und zwar ohne Goldrausch. Alte Revolverhelden wie Beckham, Schweinsteiger oder Rooney kamen für den Karriere-Showdown rüber, Europa hat aber nach wie vor das Geld und das Prestige. Liegt es an den komischen Vereinsnamen, sind es am Ende die verdammten Playoffs oder war Marketing-Maschine Torsten Frings einfach zu kurz da? Lasst es uns gemeinsam herausfinden, oder wie Loddar einst in New York sagte: „I hope we have a little bit lucky.“