Folge 99: DDR-Fußball bei Olympia 1976 – Silber ist verlieren

25 Fußballer bekommen auch nur eine Medaille? Verdammter Mannschaftssport! Wenn das Regime rechnet. Tatsächlich stand der Fußball in der DDR im Vergleich zu Einzelsportarten am Ende der Sportförderungskette. Die Sommerspiele in Montreal kamen nach der verpassten EM-Qualifikation ohnehin wie ein Trostpreis daher. Die DDR-Auswahl um Kapitän “Dixie” Dörner war trotzdem zum Siegen verdammt, besonders weil das IOC ja nur Amateure im Turnier antreten ließ, was die Stars der Ostblock-Staaten beinhaltete. Der Weg zu Gold war trotzdem steinig. Zum Auftakt gegen Brasilien setzte es gleich mal eine Blamage, die besten Kicker des Landes wurden da schon als “Schande” abgeschrieben. Selbst im Finale warteten noch Stolperfallen: Auf dem Rasen war zuvor das olympische Reitturnier ausgetragen worden. Tja, ein gutes Pferd springt eben nur so hoch wie es muss. Nachholspiel besteigt vor der Sommerpause nochmal das Treppchen und würdigt eine fast vergessene Goldmedaille.

Folge 97: WM ’98 – Football meets Zizou (Gast: Markus Othmer)

Frankreich erlebte eine politische und eine fußballerische Revolution. Zinedine Zidane köpfte sein Land zum ersten WM-Titel und entzauberte das übermächtige Brasilien. Das DFB-Team wollte auch, aber Lothar Matthäus hat es verkackt! Spielt er im Viertelfinale gegen Kroatien einen sauberen Pass, hätte Christian Wörns ganz sicher noch eine „überragende“ Weltmeisterschaft gespielt. Deutschland hatte sich in Frankreich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Deutsche Hooligans prügelten den Polizisten Daniel Nivel fast zu Tode. Der heutige ARD-Moderator Markus Othmer war damals als junger Reporter bei der Schande von Lens vor Ort und berichtet über die schockierenden Ereignisse. Nachholspiel diesmal mit einer Folge zwischen Entsetzen und Euphorie.

Folge 95: EM ’72 – „Fußball 2000“ der Jahrhundertelf

Die internationale Presse überschlug sich bei den Europameistern von 1972 mit Lobeshymnen, sah nicht weniger als die Zukunft des Fußballs. Eine Symbiose aus Spiel und Kampf, ein bisschen Tiki-Taka in Schlaghosen mit Franz Beckenbauer, Günter Netzer und vor allem Gerd Müller auf der Tanzfläche. Die wilden 70er, Disco-Musik, Drogen und der deutsche Fußball im emotionalen Dauerrausch. Die „Wembley-Elf“ gewann auf ihrem Weg zum Titel als erste deutsche Nationalmannschaft in England, für manche das bis heute beste Spiel einer DFB-Auswahl. Die EM verlief in einem heutzutage nicht mehr vorstellbaren Modus: Quali, dann Viertelfinals, dann Endrunde. Und: Belgien wurde erst kurz vor Turnierbeginn als Gastgeber festgelegt. Der eigentlich spannende Teil ging nur von Mittwoch bis Sonntag und passt damit perfekt in einen Podcast. Nachholspiel schaut Bundestrainer Helmut Schön über die Schulter, setzt sich staunend ins Stadion und lässt es ordentlich “müllern”.

Folge 92: Michel Platini – Frankreichs Hahn im Korb (Gast: David Lortholary)

Breite Brust, bisweilen gockelhaftes Gehabe. Kaum eine andere Fußballnation kann mit dem Wappentier die sportliche Strahlkraft ihrer legendären Spielmacher so sehr unterstreichen. Michel Platini war auf dem Platz ein genialer Feldherr, als Funktionär dagegen ein größenwahnsinniger Napoleon. Der korrupte und gescheiterte Ex-UEFA-Präsident gewann als Spieler dreimal in Folge den Ballon D’Or. 1984 führte der Superstar von Juventus Turin Frankreich im eigenen Land zum Europameistertitel – mit 9 Toren das wohl beste Turnier eines Einzelspielers der EM-Geschichte. Nachholspiel betrachtet beide Seiten der Medaille und klärt gemeinsam mit dem französische Journalisten David Lortholary die große Frage der Grande Nation: Platini oder Zidane? Beide haben sich mit ihren Füßen ein Denkmal gebaut und es mit ihren Dickköpfen wieder eingerissen.

Folge 91: EM 1980 – „Langer“ Torriecher im Pinocchio-Land (Gast: Horst Hrubesch)

Der Papst hatte es einfach wie Italiens EM-Maskottchen „Pinocchio“ gemacht. Gelogen! Klaus-Fischer-Ersatz Horst Hrubesch sollte laut heiliger Prophezeiung im nächsten Spiel sein erstes Länderspieltor erzielen. Doch es war erst im Spiel darauf soweit. Im EM-Finale von Rom traf der Angreifer dafür gleich doppelt. Eigentlich waren es vier Endspiele, nach der Gruppenphase ging es direkt um den Titel. Auch alles andere kommt komisch daher: Klaus Allofs reichten drei Treffer zum Torschützenkönig, der heutige Rekordnationalspieler Lothar Matthäus verschuldete fünf Minuten nach seinem Debüt einen Foulelfmeter und Manni „Bananenflanke“ Kaltz ließ sich zur Abwechslung mal selber fliegen – über die Hotelmauer. Eine Folge voller Kopfkino dank „Kopfballungeheuer“ Horst Hrubesch. Warum unser Gast damals im Stadion im Kurzarmhemd einfach stehen gelassen wurde und der Pokal am Ende für den „Langen“ tatsächlich zu schwer war.

Folge 90: Monaco vs. Porto – „The Special Ones“

Zugegeben, wir drückten in der Vorbereitung bei Kicker.de mehrmals auf „refresh“. Doch es wollte einfach das wohl unmöglichste Champions-League-Finale bleiben. Wo jeder Real, Chelsea oder Milan erwartet hatte, standen sich am 26. Mai 2004 Monaco und Porto gegenüber. Und somit ist diese Folge nun die Mutter des Namedroppings: Evra, Giuly, Pršo, Baía, Carvalho, Deco – die längste Aufstellungsschwärmerei der Nachholspiel-Geschichte + Jose Mourinhos Geburtsstunde = „the Special Folge”. Dazu „Gamechanger-Eintagsfliege“ Carlos Alberto, ein DJ in Burundi sowie die Frage: sind Rothen und Plasil die gleiche Person oder nur dieselbe Frisur? Puh, wer soll da noch durchblicken? Monaco gegen Porto im Champions-League-Finale, erst schwer zu verstehen, dann klar wie Königsklasse.

Folge 88: What the FCK?! – Vom Aufsteiger zum Meister (Gäste: Olaf Marschall und Florian Reis)

Kaiserslautern, Perle der Pfalz, bekannt für guten Wein, schöne Frisuren und das längste Wunder der Fußballgeschichte. Keine Momentaufnahme wie in Uerdingen oder Istanbul. Das Unmögliche zog sich über 34 Spieltage – am 10. Mai 1998 feierte der Aufsteiger den Meistertitel. In der 2. Liga hatten sich die Roten Teufel die Hörner etwas mehr angespitzt und jedem Gegner fortan das Leben zur Hölle gemacht. Auf dem Betzenberg brannte regelmäßig die Luft. Ob der FC Bayern, der CL-Sieger aus Dortmund oder die Schalker Eurofighter – der FCK war unter Gatorade-Guru „König Otto“ nicht aufzuhalten. Nachholspiel spricht mit DPA-Reporter Florian Reis über lang zurückliegende Erfolge und bereitet Goalgetter Olaf Marschall nochmal die große Bühne. Eine Folge über Teamgeist, den Legenden-Status einer ganzen Mannschaft und ein konserviertes Wunder bei WhatsApp.

Folge 87: „The Invincibles“ (Gast: Raphael Honigstein)

Superman kannst du mit Kryptonit jagen, den Hulk vielleicht mit AstraZeneca, unbesiegbar waren nur die „Invincibles“. Mit einem 6:1 über Southampton startete Arsenal am 7. Mai 2003 eine unglaubliche Serie von 49 Premier-League-Spielen ohne Niederlage. Die Meisten erhalten ihre Superkräfte durch Super-Technologie, biologische Veränderungen oder durch einen Unfall. Bei den Gunners war es das Phänomen des perfekten Passspiels. Arsène Wenger formte aus Transferschnäppchen und Eigengewächsen legendäre Superhelden, die Bälle und Pizzen überirdisch fliegen lassen konnten. Henry, Bergkamp, Vieira – der „FC Avengers“ des Fußballs. Nachholspiel untersucht das Unmögliche und spricht mit England-Experte Raphael Honigstein über die unbeaten season sowie die heutige Entwicklung von Arsenal.

Folge 86: Der Guttmann-Fluch

Im Fußball haben mystisch-magische Kräfte langanhaltende und meist positive Wirkung. Zauber-Floh, Ibra-cadabra, der Freistoß von Roberto Carlos. Eher kurzweilig sind die bösen Nebenwirkungen. Der Torfluch, der Abstiegsfluch oder wie Andreas Brehme sagt: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“. Im Fall Benfica Lissabon scheiden sich die Geister. Am 2. Mai 1962 hatten die Portugiesen gerade zum zweiten Mal hintereinander den Europapokal der Landesmeister gewonnen, da musste Erfolgstrainer Béla Guttmann wegen überzogener Gehaltsforderungen gehen. „Nicht in hun­dert Jahren wird Ben­fica noch einmal den Euro­pacup gewinnen“, waren seine Abschiedsworte. Seitdem wurden 11 Endspiele im Profi- und Nachwuchsbereich verloren. Nachholspiel schlägt die Akte X des Fußballs auf. Verflucht kurios, einfach nicht zu glauben!

Folge 82: Felipe…Santaaaaaanaaaa!!! (Gast: Kai Dittmann)

Ein Torschütze mit drei „aaa’s“ kann einen Kommentator und Stadionsprecher zu spektakulären Silben-Surfern machen – die Euphoriewelle bis zur Gänsehaut reiten! Schieber oder Reus wären da eher so semi gewesen. So hallt alles klangvoll nach: der Moment, die Südkurve, das Wunder gegen Málaga. 9. April 2013, Borussia Dortmund im Viertelfinale der Champions-League vor dem Aus. Puls auf 300…Puh! Nachholspiel schluckt ordentlich Wick Rachen Drachen und dreht zusammen mit dem Sky-Kommentator Kai Dittmann am Mikrofon nochmal richtig durch. Tor, Tor, Tor! Außerdem: „Felipe Weidenfeller“ has auch bei uns a grandios Interview gegeben, spanische Flatscreen-Folter in den Katakomben und Marios heimliche Liebe für Gazpacho…ähh…Camacho. Und am Ende die Frage aller Fragen, wer das Ding eigentlich entschieden hat. Das Stadion, der Schiri oder Santaaaaaaanaaa!!!